Klimaschutz mit Meister Lutz

Ich grüße Euch, liebe Oftersheimerinnen und Oftersheimer!

Ich bin Meister Lutz und ich kenne mich aus mit Klimaschutz.
Hier kommt jede Woche unter einem Hashtag (#) ein neues interessantes Thema rund um Klima, Klimaschutz und Energie dazu.
Wenn Ihr Themenwünsche, Fragen oder Anregungen habt, schreibt mir oder ruft mich an.
Ihr erreicht mich unter 597-201 oder Meister-Lutz@Oftersheim.de oder ihr sendet die Post ins Rathaus.

 

Euer Meister Lutz

#Batteriespeicher

Meister Lutz rät:
Es gibt einige Möglichkeiten Sonnenstrom vom Dach zu speichern,
lies das hier, es könnte Dich bereichern.

Mit Batteriespeichern lässt sich elektrische Energie speichern. Für die Speicherung von elektrischer Energie in einer Batterie, physikalisch korrekt müsste es Akkumulator (Akku) heißen, werden verschiedene teure Elemente benötigt. Also in den meisten heutigen Akkumulatoren sind Lithium, Kobalt, Mangan, Nickel, Eisen, Phosphor usw.

Das Metall Lithium ist für die Elektrifizierung des Straßenverkehrs zwingend notwendig, allerdings reicht sein Vorkommen bei Weitem nicht aus, um den globalen Individualverkehr auf mit Batterie betriebene elektrische Fahrzeuge umzustellen. Der Bedarf des Metalls Mangan würde mehr Tiefseebergbau erfordern, mit all seinen unabsehbaren Folgen für die empfindlichen, gänzlich unbekannten Tiefsee-Ökosysteme.

Der Batteriespeicher wird oft in Verbindung mit einer eigenen PV-Dachanlage verwendet, um die Stromrechnung zu reduzieren. Die im Batteriespeicher gespeicherte Energie kann dann bei Dunkelheit für die in einem Haushalt üblichen nächtlichen Verbraucher wie Kühlschrank, Gefriertruhe, TV, Licht, PC … verwendet werden. Die für diese meist kleineren Verbraucher vermiedenen Stromkosten sollten vor der Anschaffung eines Batteriespeichers mit dessen Anschaffungskosten gegenübergestellt werden. Genauer gesagt, die Verrechnung der entgehenden Einspeisevergütung, des gesparten Stromzukaufs und der Batterieladeverluste mit der Investition für den Batteriespeicher zur Ermittlung der Amortisationszeit.

Alternativ kann die von der PV-Dachanlage erzeugte Energie statt in einen Batteriespeicher z.B. auch in die Batterie eines (zukünftigen) Elektroautos geladen werden, um die heutigen Tankrechnungen zu reduzieren. Für 50 km E-Autofahrt braucht man etwa so viel Strom wie für alle anderen Elektrogeräte pro Tag in einem Haushalt zusammen. Wenn das Auto bidirektional lädt (Laden und Entladen am Stromnetz des Hauses), dann hat man gleich einen „Batteriespeicher auf Rädern“.
Oder als weitere Alternative kann die PV-Dachanlage zur Reduktion der heutigen Gas- oder Ölrechnung verwendet werden. Zum Beispiel, in dem die (zukünftige) Wärmepumpe mit dem eigenen Strom versorgt wird und dieser Strom von der Wärmepumpe als Wärme in einen kostengünstigen Wärme-Pufferspeicher für die Nacht eingespeichert wird. An Wärme hat man etwa den fünffachen Bedarf im Vergleich zum Strom.

Wie Ihr seht, lässt sich Sonnenenergie vom Dach auf ganz verschiedene Arten speichern. Es lohnt sich auf jeden Fall alle Alternativen abzuwägen, um die Bestmögliche für den eigenen Bedarf zu ermitteln.

Wie man einen Batteriespeicher wirtschaftlich durchrechnen kann und seine persönliche Energiewende für Wärme, Mobilität und Strom bestreiten kann, das erkläre ich Euch gerne persönlich. Schreibt an Meister-Lutz@oftersheim.de oder ruft 597-201 an oder sendet Post ins Rathaus.

Nächste Woche kommt das nächste Thema.

- Euer Meister Lutz -

#E-Auto

Meister Lutz rät:
Mit erneuerbarem Strom fahren lieber heut‘ als morgen,
bereitet dem Klima viel weniger Sorgen.

E-Autos oder auch Batterie Elektrische Vehikel (BEV) genannt gab es bereits vor den Verbrennerautos. Sie haben sich vor etwa 110 Jahren aber nicht durchgesetzt, weil die damals verwendeten Blei-Akkus nur etwa 20 km Reichweite ermöglichten und obendrein dabei sehr schwer waren. Zeitleich begann man das fossile Energiekonzentrat Erdöl in immer größeren Mengen zu fördern, zu raffinieren und in Motoren zu verbrennen. Bereits Anfang der 70er Jahre waren die damit verbundenen fatalen Folgen für ein konstantes Klima in den Chefetagen der Ölmultis bekannt.

Mit der Energiemenge, die in einen Tank reingefüllt werden kann, konnte damals erst recht und heute ebenso keine Batterie „mithalten“. So stecken in der Batterie eines BMW i3 nur etwa so viel Energie wie in 4,5 l Benzin. Damit kann ein BMW i3 280 km fahren, hätte also mit Benzin einen Verbrauch von 1,6 l / 100 km. Es war also nur der große Energiespeicher Tank, der dem Verbrennungsmotor zum Durchbruch verhalf. Vergleicht man nur den Motor, Elektro mit Verbrenner, so ist ersterer letzterem in allen Belangen haushoch überlegen. Drehmoment, Effizienz, Lebensdauer und Verschleiß, Wartung, Komplexität, Laufruhe, Drehfreudigkeit, Baugröße und Gewicht, Leistung in Abhängigkeit über NN, Kosten, Nebenaggregate zur Kühlung, keine Abgase, kein Lärm…

Für Klimaschutz ist die Energie-Effizienz des Elektromotors enorm wichtig. Der Elektromotor benötigt für die gleiche Fahrstrecke nur etwa 1/5 bis ¼ der Energie des Verbrenners.

Sie drehen sich durch ein um die Achse rotierendes Magnetfeld, welches durch Stromfluss erzeugt wird. Dieses rotierende Magnetfeld zieht auf den 360 Winkelgraden einer Umdrehung immer mit der gleichen Kraft (Drehmoment). Bei einem 4 Takt Verbrennungsmotor ist pro Zylinder nur auf 180 von 720 Winkelgraden der Kraftimpuls der Explosion vorhanden, der überwiegende Anteil, also 540 Winkelgrade sind Schwung.

Wenn in den Elektromotor Strom reinfließt, dann treibt dieser das Auto so effizient an, dass auch nach schneller Autobahnfahrt der Motor nur leicht warm wird. Das bedeutet, dass von der eingesetzten Energie fast alles ins Rollen umgesetzt wird, als Wärme gehen nur etwa 5 % weg. Zum Vergleich: Bei einem Verbrennungsmotor gehen zwischen 60 % und 90 % als Abwärme weg und deshalb sollte dieser nach einer Autobahnfahrt besser nicht berührt werden.

Und jetzt kommt beim Elektromotor noch etwas Erstaunliches hinzu. Wenn dieser vom Fahrzeug angetrieben wird, z. B. bei Gefälle, dann arbeitet der vorher antreibende Motor plötzlich als Generator, der das Fahrzeug abbremst. Elektrische Energie (Strom) fließt beim Bremsen nicht in den Motor rein, sondern aus dem Generator raus. Die generatorische Bremsung nennt man wegen der Rückgewinnung von Energie Rekuperation (lat. recuperare = rückgewinnen). Mit der Rekuperation wird die Bewegungsenergie des Autos in elektrische Energie (Strom) zur Ladung der Batterie umgewandelt. Das ist mit einem Verbrenner natürlich nicht möglich. Jedes Tröpfchen Benzin, welches den Tank verlassen und den Zylinderbrennraum erreicht hat, wird verbrannt und ist fort. Für immer.

Selbst Alpenpässe können in einem E-Auto ohne Betätigung des Bremspedals heruntergefahren werden. Ein E-Auto, einigermaßen vorausschauend gefahren, benötigt die Bremsen nur noch für „Not-Halt“.

Wie man mit einem Elektroauto auch deutlich mehr Fahrspaß als mit einem Verbrenner erleben kann, das erkläre ich Euch gerne persönlich. Schreibt an Meister-Lutz@oftersheim.de oder ruft 597-201 an oder sendet Post ins Rathaus oder kommt zum Klimaschutz Stammtisch jeden ersten Donnerstag im Monat im Aquila.

Nächste Woche kommt das nächste Thema.

-Euer Meister Lutz-

#HeizenMitEis

Meister Lutz rät:
Mit Eis zu heizen, das ist wahr,
und es klappt ganz wunderbar.

Jeder kalte Stein, jeder kalte Bach, jeder kalte Sandhaufen enthält Wärme, die man entziehen kann. Erst wenn Stein, Bach oder Sand minus 273 °C kalt sind, enthalten sie keine Wärme mehr und man kann nichts mehr entziehen.

Wenn Wasser zu Eis wird, passiert etwas Phänomenales. Physikalisch ausgedrückt, geschieht mit dem Wechsel von Wasser zu Eis und auch umgekehrt eine Änderung des Aggregatzustandes.

Bei dieser Änderung wird Wärmeenergie freigesetzt. Das erfolgt durch die Bildung der festen Eiskristalle aus dem flüssigen Wasser. Man nennt das deswegen auch Kristallisationsenergie. Die Kristallisationsenergie von 0 °C kaltem Wasser zu festem Eis ist genauso groß wie die Wärmeenergie, die man 90 °C heißem Wasser entziehen kann, bis es nur noch 10 °C kaltes Wasser ist.

Dieses physikalische Phänomen macht man sich beim Wärmeentzug aus einem Eisspeicher zunutze. Eine Wärmepumpe kann diese „eiskalte“ Wärme mit Hilfe eines Verdichters auf die Temperatur anheben, die für die Heizkörper eines Hauses benötigt wird.

Zunächst ist ein Eisspeicher nichts Anderes als eine mit Wasser gefüllte Beton-Zisterne. Für ein Einfamilienhaus wird ein Inhalt von ca. 10 m³ benötigt. Das sind z. B. 2,5 m Durchmesser und 2 m Höhe. Meistens werden die Beton-Zisternen im Erdreich vergraben. Im Bauch der Zisterne werden viele Meter Rohrleitungen spiralförmig verlegt. Mit diesen Rohren findet die Wärmeübertragung vom Wasser des Eisspeichers auf die strömende kühlere Flüssigkeit im Inneren der Rohre statt. Die Flüssigkeit ist eine Mischung aus Glykol und Wasser, friert also bei 0°C nicht. Mit der Flüssigkeit wird die Wärmeenergie aus dem Wasser des Eisspeichers entzogen. Das Glykol-Wassergemisch, das die aufgenommene Wärmeenergie in der Wärmepumpe abgibt, lässt die Rohrspiralen dadurch „eiskalt“ werden. Es bildet sich also nach und nach ein immer dickerer Eispanzer um die Rohre. Irgendwann wäre der Eisspeicher dann in seinem Innern ein einziger Eisblock und würde platzen. Das muss man natürlich verhindern, indem immer wieder etwas Wärme zugeführt wird. Diesen Vorgang nennt man Regeneration. Die Wärmezufuhr für das Auftauen des Eises im Eisspeicher erfolgt automatisch über das die Beton-Zisterne umgebende Erdreich und auch andere zusätzliche Wärmeenergie-Lieferanten, die es in vielen Ausführungen gibt.

Wird eine Wärmepumpe mit Eisspeicher auch als Kältepumpe eingesetzt, pumpt diese praktisch rückwärts. So kann sie den Eisspeicher von Sommer bis Herbst mit sommerlicher Raumhitze wieder aufwärmen und damit die Raumluft kühlen.

Mit einem Eisspeicher wird eine Erdwärmepumpe gespeist und diese arbeitet genauso effizient und leise wie eine Erdwärmepumpe mit Erdsonde. Dies bedeutet, dass aus einem Teil Strom fünf Teile Wärme entstehen. In Bereichen, wo Erdsondenbohrungen nicht erlaubt sind, z. B. weil das Haus auf einer Trinkwasserschutzgebietszone steht, wäre ein Eisspeicher die ideale Alternative als Wärmequelle für eine hoch effiziente Erdwärmepumpe.

Womit man noch an Stelle eines Eisspeichers noch klimafreundlich heizen kann, das erkläre ich Euch gerne persönlich. Schreibt an Meister-Lutz@oftersheim.de oder ruft 597-201 an oder sendet Post ins Rathaus.

Nächste Woche kommt das nächste Thema.

 - Euer Meister Lutz -

#HeizenMitHolz

Meister Lutz rät:
Heizen mit Holz ist zwar klimaneutral,
aber für die Zukunft auch nicht optimal.

Das Heizen mit Holz ist die Urform des Heizens und wurde mit der Zähmung des Feuers bereits von Frühmenschen angewendet. Aber warum wird heute eigentlich so „wenig“ mit Holz geheizt, es gilt doch als klimaneutral?

Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die meisten Heizungsöfen mit Holz befeuert. Immer mehr Menschen lebten auf der Erde und jeder in den nördlichen Breiten benötigte fürs Heizen und Kochen Holz. Das hatte zur Folge, dass um die Städte die Wälder für die Versorgung mit Brennholz abgeholzt wurden und die Kahlschläge sich immer weiter in den Wald fraßen, bis Europa praktisch komplett entwaldet war. Spanien, Frankreich, die britischen Inseln, Benelux und Polen haben heute deswegen nur noch wenige kleinere Waldreste. Deutschland war weitsichtig und hat einige seiner abgeholzten Urwälder als Sekundärwälder wieder aufgeforstet und damit sehr viel CO2 der Atmosphäre entzogen. So auch der Hardtwald, der komplett ein wieder aufgeforsteter Sekundärwald ist.

Dann hatte man Mitte des 19. Jahrhunderts die Idee, die sich mit zunehmenden Wissen über atmosphärische Zusammenhänge aber als fataler Irrtum herausgestellt hat: das Stoppen der Abholzung der Wälder durch die Verfeuerung von fossilem Kohlenstoff in Form von Kohle, Öl und Gas. Und damit das Einbringen von „entsorgtem“ Kohlenstoff fossilen Ursprungs als unvorstellbare Mengen Kohlenstoffdioxid in den Deponieraum Atmosphäre.

Jetzt kann man auf die Idee kommen, also beim Heizen wieder zurück zum Holz, egal ob das mit Holzscheiten oder Holzpellets erfolgt. Weil Holz gilt ja als klimaneutral. Mittlerweile leben aber etwa fünfmal so viele Menschen mit jeweils x-fachem Wärmeenergiebedarf auf der Erde wie zum Zeitpunkt der Umstellung von Holz auf Kohle, Öl und Gas. Das bedeutet, dass die wenigen Restwäldchen und die wieder aufgeforsteten Wälder im Falle einer Umstellung auf Wärmeversorgung durch Holzverbrennung innerhalb weniger Jahre komplett verschwunden wären. Holz ist zwar klimaneutral, aber bei der Verbrennung, die innerhalb von Minuten oder Stunden abläuft, wird der komplette im Holz gebundene Kohlenstoff in die Atmosphäre eingebracht. Das steht im Gegensatz zum Jahre dauernden Vermodern im Wald, bei dem der Kohlenstoff im Holz als CO2 über die Zersetzungsprozesse, die durch Pilze gestartet werden, ganz langsam ausgast. Oder im Gegensatz zur Jahrhunderte bis Jahrtausende überdauernden perfekten Speicherung des Kohlenstoffs in vernässten Böden, den Mooren. Außerdem gibt Holz beim Verbrennen viel mehr Feinstaub in die Atmosphäre ab als eine mit Gas oder Öl gespeiste Flamme. Diese aber bringt den im Boden elegant gespeicherten Kohlenstoff zurück in die Atmosphäre, wo er sich für Jahrhunderte im Deponieraum Luft verbleibend, immer weiter anreichert.

Die massenhafte Verbrennung von Holz und auch Kohle in Öfen und Kochstätten hatte auch zur Folge, dass die großen Städte der nördlichen Breiten bis weit ins 20. Jahrhundert praktisch die ganze Heizperiode dauerhaft „Smog-Alarm“ hatten - mit beißendem Rauch und vielen Menschen mit Lungenerkrankungen. Hätte es damals schon den Smog Alarm gegeben, hätten die Städter der damaligen Zeit ihre Stadt selbst bei ausgelöstem Smog Alarm als Luftkurort empfunden.

Holz ist auch viel zu kostbar zum Heizen, weil es der mit Abstand Klima verträglichste Baustoff und lang wirkender Kohlenstoffspeicher ist.

Womit man noch an Stelle einer Holzheizung noch klimafreundlich heizen kann, das erkläre ich Euch gerne persönlich. Schreibt an Meister-Lutz@oftersheim.de oder ruft 597-201 an oder sendet Post ins Rathaus.

Nächste Woche kommt das nächste Thema.

 - Euer Meister Lutz -

#HeizenMitStrom-Nachtspeicherheizung

Meister Lutz rät:

Strom in der Heizung in der Nacht,
hat früher einmal Sinn gemacht
Wenn Du künftig heizt mit Nachtspeicher,
macht dich das nicht wirklich reicher.

Im Gegensatz zur Wärmepumpe, die aus einem Teil Strom drei bis fünf Teile Wärme macht, liefert die Nachtspeicherheizung aus einem Teil Strom ein Teil Wärme. Sie stammt aus einer Zeit, als man fast ausschließlich mit Großkraftwerken den Strom „erzeugt“ hat. Große Kraftwerke können nur sehr langsam hoch und herunter geregelt werden und laufen „am liebsten“ immer mit gleicher Leistung. Man nennt sie deswegen Grundlast-fähig, weil sie 24/7 immer die gleiche Leistung zuverlässig liefern. Deswegen hat man damals zum geringeren nächtlichen Strombedarf viele Stromintensive Nachtspeicherheizungen als Verbraucher den großen Kraftwerken als Last „spendiert“. Und diese nächtliche gleichförmige Last war für die großen Kraftwerke sehr wichtig, weil ohne dessen sich die großen Stromgeneratoren im Kraftwerk zu schnell gedreht hätten - mit fatalen Folgen für die Stabilität des Stromnetzes. Um also letztendlich das Stromnetz stabil zu halten, hat man die Abnahme von Nachtstrom für die Verbraucher preislich attraktiv gemacht. Damit war ein wesentlicher Anreiz für den Kauf und die Installation von Nachtspeicherheizungen gegeben. Als einzelner elektrischer Verbraucher für sich betrachtet verbraucht diese auch vier- bis fünfmal mehr Strom wie alle anderen elektrischen Verbraucher eines Haushalts zusammen. Tagstrom und Nachtstrom werden bei Kunden mit Nachtspeicherheizungen über Zweitarif-Stromzähler getrennt erfasst, also teurerer Tagstrom und billigerer Nachtstrom.

Jetzt ist es so, dass die fossilen Kohlekraftwerke nach und nach abgeschaltet werden und damit das nächtliche von fossilen Kraftwerken bereit gestellte Überangebot an Strom abnimmt. Bleibt also in Deutschland die Windkraft mit dem überwiegenden Anteil als Stromerzeuger für die Nacht. In Nächten mit ordentlich Windstrom kann dieser billig angeboten werden. In Nächten ohne Windstrom müssen „reaktionsschnelle“ Gaskraftwerke hochgefahren werden, um den - wenn auch geringeren – nächtlichen Strombedarf zu decken. Dieser kurzfristig bereit gestellte Gaskraftwerksstrom ist dann aber sehr teuer. Aus diesem zukünftigen Stromerzeugungsszenario müssen die Stromlieferanten also ihre Nachtstrom-Tarife kalkulieren.

Durch diese Gegebenheiten wird der Preisvorteil des Nachtstroms nach und nach geringer werden und sich dem Tarifpreis des Tagstroms angleichen. Vielleicht sollte man seinen Stromlieferanten fragen, wie hoch er den Preis für Nachtstrom nach dem Kohleausstieg kalkulieren wird. Wenn man sich dann dafür entscheiden sollte, seine Nachtspeicherheizungen durch eine Wärmepumpe zu ersetzen, die mit Wasser die Wärme in die Räume transportiert, müssen die Kosten für neu zu installierende Heizungsverrohrungen mit einkalkuliert werden.

Aus Klimaschutzsicht ist eine Nachtspeicherheizung dann Klima-neutral, wenn sie mit einem Öko-Nachtstromtarif betrieben wird. Also jeder kann seine Nachtspeicherheizung heute schon Klima-neutral betreiben, wenn er einen Ökostromtarif für den Nachtstrom hat. Jeder andere Stromtarif verlegt die CO2 Emissionen der Nachtspeicherheizung in den Kraftwerksschlot.

 

Womit man noch an Stelle einer Nachtspeicherheizung klimafreundlich heizen kann, das erkläre ich Euch gerne persönlich. Schreibt an Meister-Lutz@oftersheim.de oder ruft 597-201 an oder sendet Post ins Rathaus.

Nächste Woche kommt das nächste Thema.

 - Euer Meister Lutz -

#Kohlenstoffdioxid

Meister Lutz rät:
Willst Du Klimaschutz erfolgreich begehen,
hilft es Dir, den Kohlenstoff zu verstehen.

Der Kohlenstoff ist das Element des Lebens und des Todes. Er ist eines von 94 natürlichen Elementen. Aber was für eins! Würden sich alle Elemente auf einer Party treffen, dann wäre der Kohlenstoff der Partykönig umringt von vielen anderen Elementen. Er ist in der Lage, mit ganz vielen anderen Elementen eine lange stabile Verbindung einzugehen. Eine ganz besonders lange währende „flotte Dreier Verbindung“ geht ein Kohlenstoff- mit zwei Sauerstoffatomen ein und verbindet sich mit ihm zum CO2 Molekül. Sauerstoff ist sozusagen der Seelenverwandte des Kohlenstoffs. CO2 heißt ausgeschrieben Kohlenstoffdioxid oder als Kurzform Kohlendioxid. Auch den Wasserstoff liebt der Kohlenstoff über alles und bildet mit ihm viele verschiedene Verbindungen, die als sogenannte Kohlenwasserstoffe alle sehr gut brennbar sind.

Und damit sind wir auch schon bei der großen „Zwickmühle“, die uns der Kohlenstoff mit seinem Wirken beschert. Angetrieben von der Energiezufuhr der Sonne mit Wärme und Licht wird Kohlenstoff von Pflanzen über die Photosynthese als CO2 aus der Luft gefiltert und von der Pflanze in Sauerstoff und Kohlenstoff getrennt. Der Sauerstoff geht in die Luft und der Kohlenstoff wird als Baustein für Grashalm, Blatt, Stängel oder Stamm verwendet. Menschen und Tiere lagern den Kohlenstoff aus der pflanzlichen Nahrung im eigenen Körper mit ungefähr 20 % Anteil ein.

Irgendwann vergehen die Pflanze, das Tier, der Mensch, und Pilze machen sich ans Zersetzungswerk und lassen den im toten Organismus gebundenen Kohlenstoff als CO2 und andere Gase wieder in die Luft entweichen. Der Kohlenstoff-Kreislauf schließt sich, indem die Pflanzen das ausgegaste CO2 Molekül wiederaufnehmen und über die Photosynthese erneut aufspalten. Man bezeichnet das als „schnellen“ Kohlenstoffkreislauf. Jetzt ist es so, dass zum schnellen Kohlenstoffkreislauf noch etwa 1.600.000.000.000 t CO2 aus dem „langsamen“ fossilen Kohlenstoffkreislauf durch die Verbrennung von Kohle, Gas und Öl in allerkürzester Zeit hinzugefügt wurden. Wäre die Erde genau 24 h alt, dann wurde diese Menge innerhalb von 4 tausendstel Sekunden hinzugefügt.

Aber der CO2 Gehalt in der Atmosphäre und das Klima haben sich doch schon immer gewandelt? Ja, nur dieses Mal erfolgt das etwa 120-mal schneller als alles vorher Bekannte. Und Menschen, die für Feldanbau auf ein konstantes moderates Klima angewiesen sind, gab es damals noch nicht auf Erden. Aber Pflanzen brauchen doch CO2? Stimmt, aber Pflanzen reicht eine geringere CO2 Konzentration, die ein moderates Klima erst möglich macht, völlig aus.

Diese Kohlenstoffmenge mit ihren 1.600.000.000.000 t CO2 ist entsorgte Sonnenenergie von vielen Mio. Jahren, die in gestorbenen Pflanzen, Lebewesen und Pilzen elegant unter anderen Erdschichten dauerhaft gebunden wurde. Jetzt ist sie in der Atmosphäre und entfaltet den Treibhauseffekt immer stärker, obwohl sie insgesamt nur 0,04 % beträgt. Im Zeitraum der etwa 10 – 12 Mio. vergangenen Jahre lag sie bei 0,026 % bis 0,028 % und hatte ein sehr gleichmäßiges Klima ermöglicht, welches die Entstehung des Menschen und die Entwicklung der Zivilisation erst möglich machten.

Wohin ein extremer Treibhauseffekt führt, „sieht“ man auf der Venus mit 96,5 % CO2 Gehalt in der Atmosphäre. Hier liegt die mittlere Temperatur bei 464 °C, die Metalle Zinn, Zink und Blei gibt es dort nur in flüssiger Form.

Wie man seinen eigenen fossilen CO2 Ausstoß noch wirksam reduzieren kann, das erkläre ich Euch gerne persönlich. Schreibt an Meister-Lutz@oftersheim.de oder ruft 597-201 an oder sendet Post ins Rathaus oder kommt zum Stammtisch Klimaschutz jeden ersten Donnerstag im Monat um 18.00 Uhr im Aquila.
Nächste Woche kommt das nächste Thema.

- Euer Meister Lutz -

 

#Lebensmittel

Meister Lutz rät:
Es furzt das Schaf, es rülpst die Kuh,
Gutes für’s Klima tun, das kannst Du!

Der Frühling ist da, was für ein schöner Anblick: Schafe mähen, Schweine wühlen, Rinder grasen, Hühner picken. Womit wir auch schon beim unsichtbaren Problem sind. Es gibt in Deutschland über 200 Millionen Schlachttiere wie Rinder, Schweine, Schafe, Hähnchen, Puten. Diese können nur existieren, weil Menschen sie beherbergen, füttern und sie vor Fressfeinden komplett geschützt sind. In der freien Natur ohne menschliche Hilfe könnte diese Menge an Tieren niemals überleben, weil Nahrungsangebot und Lebensraum viel zu knapp wären und die Fressfeinde zu zahlreich. Man stelle sich einfach mal vor, in Deutschlands Wäldern und Feldern müssten 200 Mio. Hirsche und Rehe, Wisente, Wildschweine und Wildhühner ihr Fressen finden.

Um schnell das Schlachtgewicht zu erreichen, füttern die Menschen die Tiere. Diese nehmen mit dem Futter den darin enthaltenen Kohlenstoff auf, legen aber nur einen sehr kleinen Teil davon als Fleisch bei sich im Körper an und scheiden einen Löwenanteil dieses Kohlenstoffes wieder aus. Er wird ausgeatmet oder insbesondere bei Wiederkäuern, also Rindern und Schafen, als extrem klimaschädliches Methan gerülpst und gefurzt. So stecken in der Herstellung von 1 kg Rindfleisch von der Geburt bis zur Schlachtung so viel CO2 wie durch 250 km Autofahrt mit einem Verbrenner ausgestoßen wird.

Im Rahmen einer Studie wurde untersucht, wie viel Klimaschädlichkeit von jedem einzelnen der etwa 57.000 verarbeiteten Lebensmittel eines Supermarkt Sortiments ausgeht. Das klimaschädlichste Lebensmittel überhaupt sind getrocknete Rindfleischstreifen, weil neben dem klimaschädlichen Rindfleisch noch eine treibhausgasintensive Trocknung verbunden ist. Unter den Getränken ist Kaffee wegen des langen Transportweges, der energieintensiven Röstung und Aluminiumkapseln als Verpackung am klimaschädlichsten.

Aber es gibt viele klimaverträgliche wohlschmeckende Lebensmittel, wie alle Arten von Getreide und Lebensmittel vom Bäcker. Außerdem natürlich alle Arten von Gemüse ohne lange Transportwege oder auch Snacks auf pflanzlicher Basis. Und natürlich sind alle nicht verarbeiteten pflanzlichen Zutaten klimaneutral.

Die Verwendung von regional erzeugten und für die entsprechende Jahreszeit typischen Obst- und Gemüsesorten sowie andere Feldfrüchte ist neben anderen positiven Aspekten auch ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz.

Aus diesem Grund betätigt sich heute Meister Lutz als Koch mit diesem Rezept:

Rote Linsen Bolognese

400 g Nudeln nach Belieben - z.B. Tagliatelle, Fettuccine
400 g Dosentomaten, stückig
500 ml Gemüsebrühe
120 g Rote Linsen - gerne Bio
150 g Möhren - geschält und grob geraspelt
150 g Champignons - geputzt und in kleine Würfel geschnitten
200 g Lauch (=ca. 1-2 Stangen je nach Größe) - in feine Ringe geschnitten
1 große Zwiebel - in feine Würfel geschnitten
4 El. Tomatenmark
2 Knoblauchzehen - in feine Würfel geschnitten
2 TL Italienische Kräuter – Trockengewürz
3 EL Olivenöl
1 Prise Zucker
Dunkler Balsamico Essig, Salz und Pfeffer - zum Abschmecken
Parmesan, frisch gerieben - zum Servieren (für Vegetarier ohne tierisches Lab)

In einer großen Pfanne/Topf erhitzt Du das Olivenöl und lässt darin die Zwiebeln, den Knoblauch und den Lauch für 2 bis 3 Minuten andünsten. Dann rührst Du das Tomatenmark unter und lässt es mit andünsten. Anschließend fügst Du noch die Möhren und die Champignons dazu und röstest bei etwas höherer Hitze unter gelegentlichem Umrühren das Gemüse für 2 bis 3 Minuten an. Nun löschst Du mit der Gemüsebrühe und den stückigen Tomaten ab und gibst die roten Linsen (nach Belieben vorher in einem Sieb abwaschen!) hinein, sowie 1 Prise Zucker und 2 TL getrocknete italienische Kräuter. Die Linsen Bolognese aufkochen lassen und bei kleiner bis mittlere Hitze mit Deckel für 20 Minuten köcheln. Während die Bolognese einköchelt kannst Du Deine Nudeln nach Wahl zubereiten. Am Ende der Kochzeit die Rote Linsen Bolgonese nach Belieben mit Salz, Pfeffer und teelöffelweise dunklem Balsamico Essig abschmecken.

Ich wünsche einen guten Appetit!

Womit man sich noch an Stelle von Fleisch klimafreundlich gut ernähren kann erkläre ich Euch gerne persönlich und auch wo es die groß angelegte Studie gibt. Schreibt an Meister-Lutz@oftersheim.de oder ruft 597-201 an oder sendet Post ins Rathaus.

Nächste Woche kommt das nächste Thema.

- Euer Meister Lutz -

#Verbrenner

Meister Lutz rät:
Was kommt mit Klimaschutz nie auf einen Nenner?
Das ist ganz klar der Verbrenner!

Verbrennermotoren (Benzin und Diesel) sind mit das Verschwenderischste an Maschinen, was sich Menschen ausgedacht haben. Der Verbrenner setzt die Energie, die im Kraftstoff steckt, nur zu einem sehr kleinen Teil in Bewegungsenergie um. Im Grunde ist es so, dass lauter kleine Explosionen in den Zylindern das Fahrzeug vorwärts schubsen.
Diese Aneinanderreihung von Schubsern läuft im Stadtverkehr so ineffizient ab, dass nur etwa 10 % der im Kraftstoff steckenden Energie für das Rollen verwendet werden. 90 % der Energie geht als Abwärme komplett in die Umgebung oder bei eingeschalteter Heizung als ein Teil ins Fahrzeuginnere. Doch damit nicht genug: Die Abwärme, die u. a. über die heißen Abgase aus dem Auspuff abgegeben wird, enthält auch noch den Klimakiller CO2 in großen Mengen. So stößt z. B. ein „sparsames“ Auto mit einem Verbrauch von 7 l Benzin auf 100 km etwa 17 kg CO2 aus. 17 kg CO2 entsprechen 4,6 kg Kohlenstoff. 4,6 kg Kohlenstoff entsprechen etwa 16 kg von einer Buche. 16 kg frisches Buchenholz ist ein Würfel mit 25 cm Kantenlänge. Also nach nur 1 Stunde und 100 km Autofahrt eines einzigen Autos müssten 16 kg Holz nachgewachsen sein, um dieses ausgestoßene fossile CO2 wieder unschädlich zu machen.
Das bedeutet also, wenn jedes der 1,6 Mrd. Verbrennerautos dieser Welt an einem Tag 50 km gefahren wurde, hätte an einem einzigen Tag ein Würfel mit 232 Metern Kantenlänge neues Holz entstehen müssen, um diesen CO2 Ausstoß wieder unschädlich zu machen. Ein Würfel dieser Größe sind über 12 Mio. Festmeter massives Holz. Die Waldfläche, die 12 Mio. Festmeter pro Tag nachwachsen ließe, entspricht der Landfläche der EU + Ägyptens.
Für Verbrennermotoren wird in der Fachliteratur ein Wirkungsgrad von 30 % bis 40 % angegeben. Bei diesem Wirkungsgrad wird von der im Kraftstoff steckenden Energie 30 % bis 40 % für das Rollen verwendet. Dieser Wirkungsgrad wird aber nur dann erreicht, wenn der Motor mit optimaler Drehzahl, sprich der Drehzahl, an dem der Motor seine maximale Kraft (Drehmoment) abgibt, betrieben wird. Diese erreicht man im Stadtverkehr ganz selten, auf der Autobahn schon. Nun ist es aber so, dass ein Verbrenner seine maximale Kraft im höchsten Gang auf der Autobahn erst bei relativ hoher Geschwindigkeit abgibt, etwa zwischen 150 km/h bis 180 km/h. Bei diesen Geschwindigkeiten ist der Luftwiderstand aber etwa 2,3 bis 3,3 mal so hoch wie bei 100 km/h. Der Motor braucht also 2,3 bis 3,3 mal so viel Kraft wie bei 100 km/h. Dass er nicht 2,3 bis 3,3 mal so viel Kraftstoff wie bei 100 km/h benötigt, liegt daran, dass der Wirkungsgrad des Motors bei 180 km/h besser ist als bei 100 km/h, die Energie im Kraftstoff also zu einem größeren Anteil für das Rollen verwendet wird. Verbrennungsmotoren sind also nichts Anderes als große Heizungen, mit denen man auch fahren kann. Würde man seinen Verbrennermotor aus dem Auto als Heizung im Keller einsetzen wollen, wäre dieser etwa um den Faktor 3 zu groß.

Wie man deutlich effizienter als mit einem Verbrennermotor fahren kann, das erkläre ich Euch gerne persönlich. Schreibt an Meister-Lutz@oftersheim.de oder ruft 597-201 an oder sendet Post ins Rathaus oder kommt zum Klimaschutz Stammtisch jeden ersten Donnerstag im Monat im Aquila.

Nächste Woche kommt das nächste Thema.

-Euer Meister Lutz-

#WäscheWaschen

Meister Lutz rät:

Wäsche waschen wie gewohnt?
Ein Blick auf die Fakten, der sich lohnt!

Eine Wäschetrocknung steht auf Platz 1 und ein 40 °C Waschgang auf Platz 3 im Ranking der großen Energiefresser im Haushalt. Sich dessen bewusst zu sein kann also viel Energie einsparen. Leicht verschmutzte Buntwäsche kann man auch nur bei 20 bis 30 Grad waschen, was ausreichend ist und zudem die Wäsche schont. Auch bei Weißwäsche sind in der Regel nicht mehr als 40 Grad notwendig. So braucht eine Waschmaschine bei einem Waschvorgang mit 90 Grad ca. 1,90 kWh Strom und das kostet ca. 66 Cent, während ein Vorgang mit 30 Grad nur ca. 0,40 kWh Strom benötigt und nur noch ca. 14 Cent kostet.

Und bitte nur dann waschen, wenn es nötig ist. Nicht alle Textilien müssen nach einmaliger Benutzung in die Waschmaschine gesteckt werden. Bei Pullovern und Hosen reicht oft gründliches Lüften. Seltener wäscht auch, wer seine Maschine bei jedem Waschgang möglichst voll belädt. So ist garantiert, dass Wasser, Strom und Waschmittel so effizient wie möglich verwendet werden. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel.

Um umweltfreundlich Wäsche zu waschen, habe ich ein paar Tipps für euch:

Achtet beim Kauf auf nachhaltige Waschmittel. Wenn Waschmittelhersteller damit werben, dass ihr Produkt weniger schäumt, über mehr Waschkraft verfügt oder ähnliche Produkteigenschaften besitzt, dann enthält dies verschiedene Kunststoffverbindungen. Das ist flüssiges Plastik, dass durch den Waschgang in die Umwelt gelangt. Zum Glück gibt es einige Produkte, die ohne Kunststoffe im Waschmittel auskommen. Umweltfreundlicher wascht ihr durch sparsames dosieren. Denn viel hilft hier nicht viel. Meistens reicht die Menge aus, die auf der Packung als Dosierangabe für „leicht verschmutzte Wäsche“ angegeben ist.

Auf diese 3 könnt ihr problemlos verzichten: Weichspüler, Hygienespüler und das Vorwaschprogramm. Heutige Waschmittel reinigen so gut, dass eine Vorwäsche fast immer unnötig ist, Waschmaschinen haben dieses Programm halt „für alle Fälle“. Weichspüler stellt grundsätzlich eine überflüssige Umweltbelastung dar. Im Weichspüler sind allerlei chemische Verbindungen wie z. B. Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe, die Hautreizungen und allergische Reaktionen auslösen können. Ausnahmen stellen nur einige wenige Bio-Weichspüler dar. Ähnlich ist es bei Hygienespülern. Zwar töten sie tatsächlich Keime ab, enthalten aber laut den Verbraucherzentralen Verbindungen, die auch den Mikroorganismen in Kläranlagen oder Wasserorganismen schaden können. Sicher ist, dass sie zu einem gesteigerten Chemikalien-Eintrag in die Gewässer führen.

Lieber Pulver oder Flüssigwaschmittel? Bei der Frage ist Pulver meistens die bessere Antwort, da Flüssigwaschmittel oft mehr Chemie enthält, beispielsweise in Form von Konservierungsmitteln. Damit belastet flüssiges Waschmittel Kläranlagen und Gewässer stärker als Pulver. Caps, Pods & Co. brauchen viel Platz für wenig Inhalt und können überdies nicht dosiert werden.

Womit man beim Waschen auch noch so alles Klima- und Umweltfreundlich handeln kann, das erkläre ich Euch gerne persönlich. Schreibt an Meister-Lutz@oftersheim.de oder ruft 597-201 an oder sendet Post ins Rathaus.

- Euer Meister Lutz -

#HeizenMitStrom-Infrarot

Meister Lutz rät:
Strom wird verwendet für ganz viele Sachen,
auch Wärme kann man damit machen.

Strom ist eine Energieform, mit der man alles machen kann.

Weil Strom nicht direkt nutzbar in der Natur vorkommt, wie z. B. Wärme oder Öl, Gas und Kohle, muss Strom erst mit einigem Aufwand „erzeugt“ bzw. physikalisch korrekt ausgedrückt, aus einer anderen Energieform umgewandelt werden.

Wegen der vielseitigen Verwendbarkeit ist Strom die hochwertigste und wegen der aufwändigen Erzeugung auch teuerste Energieform.

Eine Stromheizung wandelt den Strom durch elektrische Widerstandsdrähte in Wärme um. Stromheizungen sind in jedem Fön, Toaster, Backofen, und eben auch Infrarotheizungen. Bei diesen Heizungen erhält man mit der Umwandlung von Strom in Wärme aus einem Teil Strom ein Teil Wärme als gleiche Energiemenge. Bei einer Wärmepumpe, die ja auch mit Strom läuft, erhält man aus einem Teil Strom drei bis fünf Teile Wärme.

Bei jeder Heizung wird die Wärme als eine „Mischung“ aus Konvektion und Infrarotstrahlung abgegeben. Konvektion ist die Wärmeübertragung an die Luft, die mit der Heizung in Kontakt kommt. Infrarotstrahlung ist Wärmestrahlung, die durch die Luft hindurchgeht und beim Auftreffen auf Gegenstände diese erwärmt.

Wenn eine Infrarotheizung eingeschaltet wird, dann erwärmt sie sofort die Gegenstände oder Menschen, die sich im Strahlungsbereich befinden. Die Luft bleibt aber erst mal in ihrer Temperatur unverändert. Geht man aus dem Strahlungsbereich raus, ist das Wärmegefühl weg. Erst nach und nach geben die von der Infrarotstrahlung erwärmten Gegenstände ihre Wärme als Konvektion an die Luft ab, die sich dann in Folge dessen langsam erwärmt.

Wenn also zur Erwärmung eines Raumes auf 20 °C eine Wärmemenge von 10 kWh benötigt wird, dann kostet das mit einer Infrarotheizung etwa 3,50 €, mit einer Wärmepumpe 0,70 € bis 1,20 €. Ein Heizwärmebedarf von 10.000 kWh pro Jahr kostet mit einer Infrarotheizung etwa 3.500 € und mit einer Wärmepumpe etwa 700 € - 1.200 €. Jetzt gibt es Untersuchungen, dass ein mit Infrarotheizungen auf 18 °C aufgeheizter Raum gefühlt als gleich warm empfunden wird, wie ein mit Heizkörpern auf 20 °C aufgeheizter Raum. Das bedeutet, man braucht pro Jahr noch etwa 8.800 kWh Strom. Also rund 3.100 € Heizkosten pro Jahr. Über 10 Jahre mit konstantem Strompreis sind das etwa 20.000 € mehr Stromkosten als bei einer Luft/Wasser Wärmepumpe.

Um eine Stromheizung CO2 frei zu betreiben, muss diese mit Ökostrom betrieben werden. Mit einer Versorgung über einen normalen Stromtarif ist der CO2 Ausstoß der Stromheizung in den Kraftwerksschlot verlegt. Eine Versorgung einer Infrarotheizung mit eigenem PV Strom würde während der Heizperiode nicht reichen, weil der winterliche Strombedarf zum Heizen den winterlichen Stromertrag von einer 10 kWp PV Dachanlage etwa um das 10 – 15fache übersteigt.

Womit man an Stelle von Strom auch noch so alles regenerativ heizen kann, das erkläre ich Euch gerne persönlich. Schreibt an Meister-Lutz@oftersheim.de oder ruft 597-201 an oder sendet Post ins Rathaus.

- Euer Meister Lutz -

#Ölheizung

Meister Lutz rät:

Wenn Du heizt mit Öl vom Scheich,
machst Du diesen nur reich.
Für’s Klima ist das eine Qual,
dem Scheich ist das völlig egal!

Eine Ölheizung verbrennt fossil entstandenes Öl. Weil für die Beheizung einer Wohnung oder eines Hauses in unseren Breiten recht viel Energie benötigt wird, ist es die Heizung, die pro Haushalt für 40 % der Treibhausgase der großen Drei - Heizung, Mobilität und Strom - „verantwortlich“ ist.
Eine Ölheizung verbrennt das Heizöl, zu 86 % reiner Kohlenstoff, mit einer etwa 1.600 °C heißen Flamme. Wie bei der Gasheizung auch, kann mit der bei der Ölheizung etwas geringeren Flammentemperatur das Wasser, was in die Heizkörper reinfließt (Vorlauf) problemlos bis zum Kochen erhitzt werden. Damit ist eine Ölheizung genauso wie auch eine Gasheizung praktisch immer in der Lage, jeden noch so schlecht isolierten (K)altbau einigermaßen warm zu bekommen.

Allerdings sind die Schäden, die mit der Verfeuerung von Öl an Klima und Umwelt entstehen, sogar noch mehr, als die Schäden, die mit der Verbrennung von Gas verursacht werden. So pustet die Ölheizung für die gleiche Wärmemenge etwa 7 % mehr fossiles Kohlenstoffdioxid (CO2) in die Atmosphäre als eine Gasheizung. Die mit Heizölverbrennung erzeugte Wärme pro bestimmter Menge (1 kWh) kostet z. Zt. etwa 11 ct, weil die mit der Verfeuerung verbundenen Schäden an Klima und Umwelt nicht eingepreist sind. Würde man die mit der Verfeuerung entstehenden Schäden gleich wieder beheben wollen, indem man das CO2 gleich wieder aus der Atmosphäre entfernt, dann müsste jeder Liter Heizöl heute gut 2 € mehr kosten, also der Liter Heizöl zu 3 €.
Jetzt kann man auf die Idee kommen, die Ölheizung mit biologisch erzeugtem Öl zu betreiben, z. B. aus Raps, also echtes Bio-Heizöl. Klimaneutral ist das, weil der Kohlenstoff im Rapsöl ja nicht wie beim Heizöl als zusätzlicher fossiler Kohlenstoff aus den Tiefen des Bodens in die Atmosphäre „gepumpt“ würde, sondern in der Rapspflanze drinsteckt.

Für die Beheizung von einem einzigen Haus mit pro Jahr 1.000 l Heizölbedarf wäre dann aber eine Raps-Anbaufläche von 6.500 m² erforderlich. Das wäre eine Ackerfläche mit 80 m x 80 m. Würde man alle heute mit Öl beheizten Oftersheimer Häuser auf Klima neutrales Rapsöl umstellen wollen und pro Öl beheiztes Haus jährlich 1.000 l Rapsölbedarf annehmen, dann bräuchte man dafür eine Ackerfläche von 2.000 m x 2.000 m, was etwa der kompletten heutigen Anbaufläche auf Oftersheimer Gemarkung entspricht. Eine andere klimaneutrale Variante wäre E-Öl auf künstlichem Wege mit erneuerbaren Energien herzustellen, z. B. Photovoltaik oder Windkraft. Dazu braucht man aber ungefähr 3 Energieteile aus Strom um 1 Energieteil als E-Öl zu erhalten.

Womit man an Stelle einer Ölheizung auch noch so alles heizen kann, das erkläre ich Euch gerne persönlich. Schreibt an Meister-Lutz@oftersheim.de oder ruft 597-201 an oder sendet Post ins Rathaus.

- Euer Meister Lutz -

#Feuerwerk

Meister Lutz rät:

Silvester kann auch leiser sein,
das ist für Tiere, Portemonnaie und Umwelt fein!

Aus noch ganz aktuellem Anlass im jungen Jahr, haben wir heute das Thema #Feuerwerk.

Die Sektkorken knallen und kurz danach zischen die Raketen in den Himmel. So wurde schon immer das alte Jahr verabschiedet und ein neues begrüßt. So ein Feuerwerk ist zwar eine Augenweide, aber auch eine gründliche „Bestäubung“ der Lunge. Es birgt Gefahren für Mensch und Tier. Verbrennungen, Augenverletzungen, Hörschä­den, Explosionsschäden und andere Sach­schäden an Fahrzeugen und Gebäuden, der Eintrag von Plastik in die Umwelt, enorme Müllmengen, verängstigte Haustiere, ökologische Schäden und panisch werdende Wildtiere sind damit verbunden.
Und es hat Auswirkungen auf das Klima: So wird beim Abbrennen einer Tonne Feuerwerk 156 kg CO₂ ausgestoßen. Zum Vergleich: Das durch das Silvester-Feuerwerk in Deutschland in die Atmosphäre eingebrachte CO₂ ist so viel wie etwa 24.000 Verbrenner PKW Fahrten von Berchtesgaden nach Flensburg. Auch unsere Gesundheit ist davon negativ betroffen. Die Konzentration an Krebs erregendem Feinstaub in der Luft überschreitet an den Stunden nach Mitternacht den gesundheitlich zulässigen Grenzwert um mehr als das 50fache.

Vielleicht sollten wir manche Traditionen uns und den Tieren zuliebe überdenken. Eine wunderschön anzusehende Alternative bot die Stadt Bad Salzuflen in NRW bereits zum zweiten Mal ihren Anwohnern: es gab im Nachthimmel eine schön inszenierte 3D Lightshow mit Drohnen. Was man an Stelle eines Feuerwerks noch so alles machen kann, das erkläre ich Euch gerne persönlich. Schreibt an Meister-Lutz@oftersheim.de oder ruft 597-201 an oder sendet Post ins Rathaus.

-Euer Meister Lutz-

#Gasheizung

Meister Lutz rät:

Die Gasheizung sorgte für Wirbel im letzten Jahr,
für’s Klima ist sie schädlich, das ist klar!

Eine Gasheizung verbrennt fossil entstandenes Gas. Weil für die Beheizung einer Wohnung oder eines Hauses in unseren Breiten recht viel Energie benötigt wird, ist es die Heizung, die pro Haushalt für 40 % der Treibhausgase der großen Drei - Heizung, Mobilität und Strom - „verantwortlich“ ist.

Eine Gasheizung verbrennt das Erdgas, im Wesentlichen ist das Methan, mit einer etwa 2.000 °C heißen Flamme. Mit 2.000 °C Flammentemperatur könnte man das Wasser, was in die Heizkörper reinfließt (Vorlauf) problemlos bis zum Kochen erhitzen. Damit ist eine Gasheizung praktisch immer in der Lage, jeden noch so schlecht isolierten (K)altbau einigermaßen warm zu bekommen. Also anders betrachtet, eine Gasheizung „verzeiht“ sehr viele Planungsfehler beim Auslegen einer Heizungsanlage für ein Gebäude, indem sie dann eben einfach öfter einschaltet und dann eben mehr vom viel zu billigen Gas verbrennt. Eine Wärmepumpe „verzeiht“ Planungsfehler nicht so gern, weil sie eben keine 2.000 °C Flammentemperatur in sich drin hat, sondern nur das, was mit einer Verdichtung erzeugt wird, also max. 75 °C.

So kostet z. B. eine mit Gasverbrennung erzeugte Wärme pro bestimmter Menge (1 kWh) z. Zt. nur etwa 12 ct, weil die mit der Verfeuerung verbundenen Schäden an Klima und Umwelt überhaupt nicht eingepreist sind. Und diese Schäden sind bereits heute sehr beträchtlich, werden immer größer und müssen von den Steuerzahlern übernommen werden. Allein die Überschwemmungskatastrophe im Ahrtal „kostete“ 30 Mrd €! Würde man die mit der Verfeuerung entstehenden Schäden gleich wieder beheben wollen, indem man das CO2 gleich wieder aus der Atmosphäre entfernt, dann müsste jede kWh Gas etwa 20 ct mehr kosten, also 32 ct.

Jetzt gibt es ja viele Menschen, die zukünftig ihre H2 ready Gasheizung mit grün erzeugtem Gas, also Wasserstoff (H2), der mit Windkraft und Photovoltaik erzeugt wurde, gerne betreiben möchten. Weil grünes Gas ist ja tatsächlich klimaneutral.

Der wirtschaftliche Betrieb der eigenen Heizung mit grünem Wasserstoff wird aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht eintreten, weil es ganz ganz viele riesengroße Abnehmer gibt, die für die Abnahme von grünem Wasserstoff „Schlange stehen“. Diese Abnehmer müssen zur Herstellung Ihrer Produkte so hohe Temperaturen erzeugen, die nur mit einer Verbrennung, z. B. von Gas zu erreichen sind. Als da wären: Stahlwerke und Metallschmelzen, Zementwerke, Glashütten, Ziegeleien, Düngemittelfabriken, … Und der grüne Wasserstoff wird auch für Brennstoffzellen benötigt oder als Grundstoff für Kohlenwasserstoff (synthetischer Kraftstoff; E-fuels), also grüner Diesel, grünes Benzin und grünes Kerosin. Kommen also noch zu den Schlange stehenden Industrien alle Flugzeuge, Schiffe und ein sehr großer Teil des Schwerlastverkehrs dazu.

Wenn all diese Abnehmer bedient wurden, dann kann man für seine Gasheizung grünen Wasserstoff erhalten, fragt sich nur zu welchem Preis pro kWh.

Womit man an Stelle einer Gasheizung auch noch so alles heizen kann, das erkläre ich Euch gerne persönlich. Schreibt an Meister-Lutz@oftersheim.de oder ruft 597-201 an oder sendet Post ins Rathaus.

-Euer Meister Lutz-

#Wärmepumpe

Meister Lutz rät:

Willst Du ohne Gas und Öl das Klima schonen,
wird sich eine Wärmepumpe lohnen!

Und hier gleich das erste Thema: #Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe ist die einzige Heizung, die ihre Wärme nicht durch eine Verbrennung erzeugt, wie z. B. bei einer Gas- oder Ölheizung, bei der fossiles Gas oder Öl verbrannt wird. Bei einer Wärmepumpe wird die Wärme durch Verdichtung erzeugt, so wie eine Luftpumpe durch die Verdichtung der Luft auch warm wird.
Die Wärmepumpe holt sich ihre Wärme kostenlos aus der Umgebung, z. B. der Luft oder der Erde. In jeder Wärmepumpe sitzt ein Verdichter, der mit Strom betrieben wird. Durch diesen Verdichter „hebt“ die Wärmepumpe die Wärme aus der Luft oder Erde auf die Temperaturhöhe, die für die Heizkörper erforderlich ist. Dabei ist die von einer Wärmepumpe „erzeugte“ Wärmeenergie drei- bis fünfmal mehr als die vom Verdichter benötigte Strom(energie). Aus diesem Grund sind Wärmepumpen ganz besonders effektiv und weil Wärme ohne Verbrennung erzeugt wird, auch klimaverträglich. Eine Wärmepumpe funktioniert genau umgekehrt wie ein Kühlschrank. Der Kühlschrank „pumpt“ die Wärme aus seinem Inneren nach außen und gibt diese über die Heizschlangen an der Rückseite ab. Die Wärmepumpe indes pumpt die Wärme von außen nach innen und gibt diese über die Heizkörper ab.

Wärmepumpen gibt es in allen Größen, für kleine Häuser und für große Gebäudekomplexe. Ganz besonders wenig Strom brauchen Wärmepumpen, wenn sie ihre Wärmeenergie aus der Erde pumpen und wenn die Heizkörper nicht so heiß werden müssen, weil das Gebäude einen einigermaßen akzeptablen Dämmstandard aufweist. Was man bei einer Wärmepumpe noch so alles machen kann, dass erkläre ich Euch gerne persönlich.

-Euer Meister Lutz-